Kompost - Kreislauf der Natur




In der Natur werden organische Stoffe, die verrotten, zum Ausgangspunkt für neue Pflanzen. Bodenlebewesen und Mikroorganismen zersetzen Pflanzenreste und bilden damit wertvollen Humus – den Bodenverbesserer schlecht hin.

Allgemein

Da im Garten durch Rückschnitt und Ernte der natürliche Kreislauf durchbrochen wird, ist das Kompostieren von Garten- und Küchenabfällen eine weit verbreitete Methode, um anfallende Abfälle zu reduzieren und Humus herzustellen. Durch die Zugabe von Humus kann der Boden Gieß- oder Regenwasser besser aufnehmen und halten. Die Durchwurzelung des Bodens wird wie auch eine bessere Nährstoffaufnahme damit gefördert.
Folgende Übersicht zeigt den Ablauf der Kompostierung im ganzjährigen Verlauf:
Monatsübersicht für anfallende Kompostierarbeiten

Kompost anlegen

Im Grunde kann ein Komposthaufen ganzjährig aufgebaut werden. Am besten geeignet ist jedoch der noch frostfreie Herbst, da hier die meisten Gartenabfälle anfallen. Diese wandern umgehend in den Kompostaufbau und bieten passendes Material für den Start.



 

Mengen Sie „alte“ Erde oder teils kompostiertes Material unter. Hier sind bereits wertvolle Mikroorganismen enthalten, die den Rotteprozess bei der Neuanalage eines Kompostes beschleunigen.

Standort des Komposthaufens

Bei der Gewinnung von Humus, spielt der ideale Standort des Kompostes eine wesentliche Rolle. Dieser sollte leicht schattig und windgeschützt liegen und gut zu erreichen sein, um sich so wunderbar in den Gartenalltag integrieren zu lassen.

Achten Sie bei der Kompostierung darauf, dass der Untergrund des Kompostplatzes nicht mit Beton oder sonstigen Materialien abgedichtet ist.

Für die Bodenlebewesen ist es wichtig, dass sie ungehindert vom Boden in den Kompost übersiedeln können. Des Weiteren können Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen durch den direkten Bodenkontakt besser ausgeglichen werden.

Wichtig ist der geeignete Standort des Komposthaufens
Der passende Komposter
Hungrige Maus auf futterreichem Kompost
Bei der Wahl des geeigneten Komposters kommt es neben den eigenen Vorlieben u.a. auf die Zeitspanne und zu kompostierende Menge an, in der der fertige Kompost gewünscht wird.

In geschlossenen Systemen wie bei Thermokompostern erfolgt die Zersetzung am schnellsten und die Feuchtigkeit lässt sich am leichtesten regulieren. Eine zu große Verdichtung des Kompostes durch zu wenig Abwechslung der Materialien wie auch organischer Substanzen, ist hier jedoch nachteilig.


Stabile Konstruktion eines Haufenkomposters

Haufenkomposter

Für eine Haufenkompostierung können Sie die Kompostsilos von Dehner verwenden. Die viereckigen Rahmenkonstruktionen aus Holz oder Metall verhindern das Auseinanderfallen des Haufens und erleichtern das Aufschichten der verschiedenen Abfälle.

Diese Konstruktionen sind oben und an den Seiten offen, so dass bei der Wahl dieser Komposter der richtige Standort eine große Rolle spielt.


Kreislauf im Thermokomposter

Thermokomposter

Neben den Kompostsilos aus Holz oder Drahtgitter, die für die Haufenkompostierung verwendet werden, gibt es sogenannte Thermokomposter. Sie bestehen aus korrosions- und witterungsbeständigen Materialien (meistens Kunststoff) mit einer Abdeckung (ähnlich einer Mülltonne). Hier werden die Abfälle vor Tieren geschützt und einer Geruchsbelästigung wird mehr oder weniger vorgebeugt. Von unten kann der Komposter mit einem Drahtgitter vor Tieren geschützt werden und ermöglicht dennoch einen direkten Bodenkontakt für Mikroorganismen.


Eine besondere Schichtung der Abfälle wie bei der Haufenkompostierung ist nicht unbedingt notwendig. Durch den geschlossenen Komposter entsteht eine intensivere Wärmebildung, die Kompostrotte wird schneller abgeschlossen. Beschleunigen können Sie diesen Prozess durch Kompostbeschleuniger.

Haufenkomposter richtig befüllen

Für die unterste Schicht eignet sich grobes Material, z.B. Holzhäcksel, Baumschnitt und Schnittgrün. So ist für eine gute Durchlüftung des Kompostes gesorgt.

Für die weitere Kompostierung einfach die anfallenden Abfälle übereinander schichten. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Abfälle immer gut gemischt sind und in vielfältiger Zusammensetzung in den Kompost kommen.

Bringen Sie alle 20–30 cm eine ca. 5 cm hohe Erdschicht auf. Die Bodenlebewesen und Mikroorganismen werden dadurch angeregt und die Kompostierung beschleunigt. Durch die Zugabe Von Dehner Bio Kompostbeschleuniger können Sie den Kompostiervorgang wie auch bei einer Thermokompostierung antreiben.

Gehäckselt kann dieses Schnittgut teils auf den Kompost oder zur Kompostieranlage


Die Höhe eines Komposthaufens sollte 1,50 m nicht überschreiten, da sonst der Kompostiervorgang zu lange dauert und sich die Abfälle nicht richtig zersetzen.

Was darf auf den Kompost?

Nicht alle Abfälle, die im Haushalt und im Garten anfallen, sind für den Komposthaufen und dessen fleißige Helfer geeignet. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Dinge, die auf den Kompost gehören und weniger geeignete Kompostbestandteile.

GeeignetBedingt geeignetNicht geeignet
Dünne Äste Kranke Pflanzenteile Zigaretten
Laub Fleisch und Knochen (unbedingt abdecken!) Staubsaugerbeutel
Gras Samentragende Unkräuter (vor der Samenbildung) Kunststoffe
Blumenreste Speiseölreste (nur in sehr kleinen Mengen) Farben
Obst- und Gemüsereste Papier und Pappe Textilien
Tee- und Kaffeesud Haustiermist Öle
Speisereste und Eierschalen Asche Pflanzenschutzmittel
Verdorbene Milchprodukte Südfruchtschalen (aus dem Bioanbau) Bauschutt
Holzreste und Hobelspäne Nussschalen (zu lange Rotte)
Topferde
Häckseln

Vor dem Kompostieren müssen große Abfälle, (wie z.B. Äste, Zweige, sehr große Stauden) zerkleinert werden, damit sie von den Bodenlebewesen überhaupt zersetzt werden können. Hierzu werden in der Regel Häcksler verwendet, die mit rotierenden Messern oder Fräswalzen das Schnittgrün zerkleinern.

Ein regelmäßiges Nachschärfen und Erneuern der Messer führt zu einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit und einer besseren Auslastung bzw. Effizienz des Gerätes. Das Häckselgut sollte möglichst trocken sein, bevor es zerkleinert wird. 

Nur starke Äste lassen sich in frischem Zustand besser verarbeiten. Wenn möglich sollten sich keine Erdklumpen am Häckselgut befinden  so lässt sich ein Abstumpfen der Messer vermeiden. Nicht nur zum Kompostieren kann das gehäckselte Schnittgut verwendet werden, sondern auch als Mulch. Zu diesem Zweck wird es locker unter Bäumen, Büschen und Sträuchern verteilt. Der Boden trocknet langsamer aus, Unkraut wird unterdrückt und im Winter ist ein leichter Frostschutz gegeben. 

Feuchtigkeit des Komposthaufens

Der Kompost sollte in etwa so feucht sein, wie ein ausgepresster Schwamm. Bei starken Regenfällen sollten Sie ihn daher abdecken, bei längeren, trockenen Abschnitten ab und zu wässern. Zu geringe Feuchtigkeit verlangsamt die Kompostierung, zu hohe Feuchtigkeit lässt den Kompost faulen.



 

Zu viel frischer Rasenschnitt bringt übermäßige Feuchtigkeit in den Kompost. Daher den Rasenschnitt vortrocknen lassen bzw. mit Strauchschnitt mischen. Frische Komposterde nicht eingraben, sondern auf die Erde streuen und nur leicht unterarbeiten.
Kompost umsetzen

Auch kleine Hände können helfen

Um eine raschere Rotte der organischen Substanzen zu fördern, können Sie größere Komposthaufen im Frühsommer (bis dahin ist der Komposthaufen Winterquartier und Brutstätte für Nützlinge) umsetzen.

Dadurch wird er gut durchmischt, die äußeren Schichten gelangen nach innen, die inneren nach außen und die Durchlüftung und die Aktivität der Mikroorganismen wird gefördert. Somit wird der Kompostiervorgang positiv beeinflusst und beschleunigt.

Ende des Kompostierens

Der Kompost ist “fertig”, wenn sich der Abfallhaufen in krümelige, lockere, braune Erde “verwandelt” hat. Bei Haufenkompostern dauert dies mindestens 9 Monate, bei Thermokompostern ca. ein Vierteljahr.

Ob der Kompost verwendet werden kann oder noch zu frisch ist und etwas liegen bleiben sollte, kann mittels des Kressetests geprüft werden.

So funktioniert's:

Eine Handvoll Humus wird gut gewässert und beispielsweise in ein kleines Anzuchtgewächshaus gegeben. Die schnell keimenden Kressesamen werden ausgesät und dann leicht angedrückt.

Als Blindprobe und zur Kontrolle kann zusätzlich ein Test auf Watte durchgeführt werden. Beide Proben sollten bei gleichen Bedingungen im geschlossenen Häuschen für 3–4 Tage gleichmäßig feucht gehalten werden.


Keimt das Saatgut nicht, sollte der Kompost weiter reifen, da er noch zu frisch und pflanzenunverträglich ist. Färben sich die ersten Blättchen innerhalb der nächsten 6–8 Tage gelblich oder werden braun, kann der Kompost u. U. in einem Mix mit „alter“ Erde ausgebracht werden. Hier ist allerdings das Mischungsverhältnis entscheidend.

Sinnvoller wäre es noch etwas zu warten und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt den Test zu wiederholen.

Zeigen sich die Kressepflänzchen von Ihrer grünen Seite, kann der Kompost vollends gesiebt und ausgebracht werden.


Kressetest – der Kompost ist reif


 

Alternativ können auch Bohnen für den Test genutzt werden! Ganz witzig für den Kresse- oder Bohnentest ist auch der Dehner “Kresseigel”