FAQs: Fragen und Antworten zu Katzen

Das wollten Sie schon immer wissen oder Sie suchen nach Antworten auf Ihre Fragen rund um Ihren Stubentiger?

Hier finden Sie eine kleine Auswahl häufiger Fragestellungen:

  1. Meine Katze pinkelt in die Wohnung. Was kann ich machen?

    Dehner:

    Hier sollte zunächst geklärt werden, ob eine Erkrankung des Harnapparates vorliegt. Hinweise dafür können vermehrtes Pinkeln oder auch vermehrtes Trinken sein, Fieber oder allgemeines Unwohlsein. Wenn die Katze einen gesunden Eindruck macht, kann es eine psychische Ursache sein. Ein Umzug in eine neue Wohnung, ein neuer Partner, der Auszug der Kinder, Unruhe in der Wohnung (z.B. Renovierungsarbeiten, auch in der Umgebung), aber auch Futteränderung, Langeweile oder weniger Zeit mit der Katze zu verbringen sind mögliche Ursachen. Mitunter helfen in einigen Fällen Wohlfühl-Pheromone, die man in der Wohnung einsetzen kann. Haben Sie genügend Katzentoiletten? Ein weiterer Grund kann die fehlende zweite Katzentoilette sein, denn viele Katzen ziehen es vor, das große und kleine Geschäft getrennt von einander zu verrichten. Standardmäßig sollte immer ein Katzenklo mehr zur Verfügung stehen als Katzen vorhanden sind. Manchmal kann es auch an der verwendeten Katzenstreu liegen.

  2. Wie oft würgen Katzen ihre Haarknäuel aus?

    Dehner:

    Es gibt Katzen, die zwei- bis dreimal täglich ihre Fellknäuel auswürgen, aber es gibt auch viele Katzen, die dieses instinktive Verhalten gar nicht mehr ausüben. Ursprünglich war der Sinn des Fellknäuelauswürgens ein gleichzeitiges Loswerden der schwer oder gar nicht verdaulichen Bestandteile der Beutetiere der Katze wie Vögel oder auch Mäuse, also Federn, Fell und größere Knochenstücke. Bei der heutigen Ernährung ist dieses Verhalten aber nicht mehr zwingend erforderlich, so dass viele Katzen ihr eigenes Fell über den Darm ausscheiden. Leider kann es auf diesem Wege ab und an mal leichter zu Verstopfungen führen, so dass man bei einer Katze, die niemals ihre Haare auswürgt, die Regelmäßigkeit ihres Kotabsatzes kontrollieren sollte.

  3. Wenn ich eine Katze habe, kann ich mir einen Hund einfach dazukaufen oder muss ich was beachten?

    Dehner:

    Katzen und Hunde sind sehr unterschiedlich und weisen eine fast entgegengesetzte Psyche auf. Auch das Verhalten und die Körpersprache sind ziemlich unterschiedlich. Während der Hund ein typisches Rudeltier ist, also sehr wohl Zwang, Rangordnung, Unterordnung und Bestrafung versteht, ist die Katze ein eher solitär lebendes Wesen mit zufälligen Sozialkontakten oder Rangfolgen. Man muss sich darüber klar sein, dass man zwei völlig unterschiedliche Lebewesen mit völlig unterschiedlichen Ansprüchen und sehr verschiedenem Sozialverhalten zusammensetzt. Dennoch kann es mit viel Geduld (bitte in den ersten Wochen immer dabei sein) gelingen, dass Hund und Katze sich dulden oder sich parallel im Haushalt organisieren lassen, und manchmal kann auch eine Art Freundschaft entstehen, die aber eher der Einzelfall ist.

  4. Mein Kater pinkelt nicht, was kann das bedeuten?

    Dehner:

    Wenn der Kater gar nicht pinkelt, ist das ein hochgefährliches Symptom, das sofortiger Behandlung bedarf. Entweder ist es eine hochgradige Blasenentzündung, bei der das Tier sehr häufig aufs Klo rennt, aber nur einzelne Tröpfchen absetzt oder es stecken Harngries oder Blasensteine dahinter. Auf jeden Fall heißt es so schnell wie möglich zum Tierarzt, da beides sowohl sehr schmerzhaft als auch schnell lebensgefährlich fürs Tier werden kann.

  5. Ist es wichtig, dass mein Kater kastriert oder meine Katze sterilisiert ist?

    Dehner:

    Wenn Sie die Fortpflanzungsfähigkeit unterbinden möchten, ist die Kastration bei Katzen das Mittel der Wahl. Selbst wenn Sie eine einzelne Katze in der Wohnung halten, ist eine Kastration zu empfehlen. Ein nicht kastrierter Kater, aber auch eine nicht sterilisierte Katze neigt zur Markierung ihres Reviers, was eine unangenehme Geruchsbelästigung mit sich bringt. Auch leben kastrierte Katzer bzw. sterilisierte Katzen stressfreier, da das doch massive Paarungsbedürfnis bei Nichterfüllung Probleme mit sich bringt. So sind nicht sterilisierte Katzen schon kurz nach der Rolligkeit bei ausbleibender Trächtigkeit wieder rollig, was enormen Stress für Psyche und Körper bedeutet. Durch die Kastration bzw. Sterilisation und damit das Ausschalten des Sexualtriebes sind die Tiere zumeist auch anhänglicher und verschmuster. Und wenn Ihr Tier auch noch nach draußen darf, sollte man sich bewusst machen, dass ein einziges Katzenpaar nach fünf Jahren rechnerisch 13.000 Nachkommen „produzieren“ kann. Wer sich das Elend in den Tierheimen ansieht, sollte die Einsicht zeigen, dass es schon genug Katzen gibt, die kein vernünftiges Zuhause haben.

  6. Wie kann ich verhindern, dass meine Katze Vögel oder Mäuse fängt?

    Dehner:

    Die Frage sollte eher lauten: Sollte man sich dermaßen in die Natur einer Katze einmischen und eines ihrer Urbedürfnisse, nämlich das Jagen, unterbinden? Seien Sie sich bitte darüber im Klaren, dass der Jagdinstinkt bei der Katze außerordentlich stark ist und dieser Instinkt kaum zu unterbinden ist. Eine Chance kann es sein, dem Tier ein Halsband mit einem Glöckchen umzubinden, so dass die Katze von ihren Beutetieren gehört wird, was aber wiederum zu einer permanenten Frustration bei der Katze führen kann. Zur Information sei gesagt, dass die meisten Vögel, die von Katzen erlegt werden, in der Regel schon erkrankt sind.

  7. Wie gefährlich sind Katzenwürmer für mein Kleinkind (3,5 Jahre)?

    Dehner:

    Leider kann sich auch der Mensch mit Katzenwürmern infizieren und erkranken. Da das infektiöse Material entweder Kot oder Proglottiden (Segmente von Bandwürmern) sind, sind besonders Kinder, die noch wenige Grundregeln der Hygiene kennen, besonders gefährdet. Eine Proglottide sieht übrigens aus wie ein kleines Reiskorn und kann daher vom Kind durchaus als Nahrung angesehen werden. Vorbeugen können Sie durch eine regelmäßige Wurmkur bei Ihrer Katze.

  8. Meine Katze kratzt sich ständig, woran liegt das?

    Dehner:

    Praktisch jede Katze kratzt sich mehrmals am Tag (ca. 10 bis 20-mal). Erst, wenn das Kratzen schon als zwanghaft erscheint (pausenloses Kratzen an bestimmten Körperstellen wie hinter den Ohren oder sogar so starkes Kratzen, dass die Katze sich selbst schädigt), sollte das Tier auf Flöhe, Ohrmilben, Hefen oder auch andere Ursachen untersucht werden.

  9. Meine Katze scharrt immer vor dem Futternapf, bevor sie frisst. Ist das normal oder muss ich mir da Sorgen machen?

    Dehner:

    Nein, viele Katzen machen das, dies ist ein instinktives Verhaltensmuster.

  10. Wie viel muss eine Katze trinken?

    Dehner:

    Eine 3 bis 4 kg schwere Katze sollte ungefähr 200 ml Flüssigkeit aufnehmen, wobei die Katze die Feuchtigkeit bevorzugt über die Nahrung aufnimmt. Das bedeutet, bei einem üblichen Dosenfutter, bei dem die Trockensubstanz 20 % beträgt, sind in einer Dose mit 425 g 340 ml Wasser enthalten.

  11. Ich habe seit kurzem zwei Katzenwelpen, beide knapp 4,5 Monate, und der Kater springt immer auf die Katze auf und versucht, na ja, das, was Kater so machen. Die beiden sind aber Geschwister, wie unterbinde ich das?

    Dehner:

    Die Jungtiere setzen sich durch dieses Verhalten spielerisch mit ihrer Sexualität auseinander. Die Geschlechtsreife beim Kater tritt in der Regel im Alter von 8 bis 12 Monaten ein, bis dahin braucht man sich keine Sorgen über unerwünschten Nachwuchs zu machen. Bei der Katze liegt der Eintritt der Geschlechtsreife zwischen dem 5. bis 12. Lebensmonat, allerdings wird man hier durch das Rolligkeitsverhalten in der Regel vorgewarnt. Durch eine rechtzeitige Kastration bzw. Sterilisation von beiden können Sie dies unterbinden.

  12. Muss ich meiner Katze die Krallen schneiden?

    Dehner:

    In der Regel nicht. Natürlich gibt es aber auch hier Ausnahmen. Sind die Krallen zu stark gekrümmt, kann es dazu kommen, dass diese sich nicht abnutzen und in die Ballen hineinwachsen. Dies ist ausgesprochen schmerzhaft und bedarf dann einer Säuberung und einer antibiotischen Versorgung durch den Tierarzt. Die Regel ist, dass man bei der Katze immer auch die Krallenspitzen sehen können soll und die Katze ebenfalls in der Lage ist, die Krallen einzuziehen.

  13. Ich halte meine Katze nur in der Wohnung, muss ich sie trotzdem impfen lassen?

    Dehner:

    Ja, gegen einige Krankheiten wie Katzenschnupfen und Katzenseuche sollten Sie Ihren Stubentiger auf jeden Fall impfen lassen. Diese Krankheiten sind so hochgradig ansteckend, dass die Katze sich auch infizieren kann ohne direkten Kontakt zu einer anderen Katze.

  14. Gegen welche Krankheiten kann/soll ich meine Katze impfen lassen?

    Dehner:

    RC: Katzenschnupfen: Rhinitis contagiosa oder auch Katzenschnupfen. Auch wenn sich die Erkrankung relativ harmlos anhört, das ist sie mit Sicherheit nicht. Verantwortlich sind hauptsächlich zwei Viren, es können aber auch mehr als diese zwei beteiligt sein. Diese Krankheit beginnt von den Symptomen her wie ein normaler Schnupfen, verschlimmert sich aber zusehends, es kommt zum Verkleben der Nase und Augen, die Katze ist gezwungen, durch den Mund zu atmen, dadurch kommt es zu starken Reaktionen in der Mundhöhle. Infizieren kann sich die gesunde Katze an erkrankten Tieren, die, auch wenn sie gesund aussehen, nach überstandener Infektion Dauerausscheider dieser Krankheitserreger werden. Die Erkrankung kann auch tödlich enden.

    P: Katzenseuche: Das P weist auf den medizinischen Namen der Erreger dieser Krankheit hin, nämlich den Parvovirus. Die krankheitserregenden Viren sind ausgesprochen überlebensfähig und können Jahre in der Umwelt überleben. Daher kann auch der Mensch seine Katze infizieren, wenn er infektiöses Material, z.B. an den Schuhen, in die Wohnung schleppt. Wie beim Katzenschnupfen können auch äußerlich gesunde Tiere Virusausscheider sein. Die Symptome sind spontane Appetitlosigkeit mit später einsetzendem Durchfall, Erbrechen etc. Eine Behandlung ist nicht immer erfolgreich und sehr aufwendig.

    T: Tollwut: Die Tollwut kann alle Säugetiere befallen. Verantwortlich für die Erkrankung ist ein Virus, der z.B. durch den Biss von befallenen Füchsen auf die Katze und von da aus auch auf den Menschen übertragen werden kann. Die Behandlung verdächtiger Tiere ist verboten; in der Regel werden diese Tiere ohne gültige Tollwutimpfung umgehend von der Gesundheitsbehörde getötet, das gilt ebenso für Tiere, bei denen auch nur der Verdacht auf einen Kontakt mit einem erkrankten Tier vermutet werden kann. (Achtung bei Wald- und Feldnähe.)

    L: Die Katzenleukose: Die Leukose der Katze wird durch einen Virus verursacht, der dem HIV-Virus des Menschen ähnelt. Leider ist der Katzenleukosevirus wesentlich überlebensfähiger als der HIV-Virus, so dass er durch Gegenstände und Ähnliches übertragen werden kann und nicht zwingend ein Kontakt zu anderen Katzen vorhanden sein muss. Die Folge der Erkrankung ist eine generelle Abwehrschwäche der Katze, die daraufhin sehr empfänglich für andere Krankheiten wird. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer starken Blutarmut und verhältnismäßig schnell zu einer zunehmenden Schwächung des Tieres und dem anschließenden Tod. Die Katzenleukose führt praktisch ausnahmslos zum Tod der betroffenen Tiere.

    FIP Infektiöse Peritonitis: Die ansteckende Bauchfellentzündung der Katze (feline infektiöse Peritonitis) wird nach dem heutigen Stand der Erkenntnis von einem zunächst harmlosen Virus verursacht, der erst in der Katze mutiert, d.h. sich verändert und dann eine Erkrankung verursacht. Aufgrund dieser Erkenntnisse ist eine Impfung für die Katze mit den heutigen Impfstoffen nicht sinnvoll, bzw. müsste sie zu einem Zeitpunkt erfolgen, zu dem die Katze kaum Antikörper ausbilden kann (ca. dritte Lebenswoche).

    FIV: Der feline Immunschwächevirus wird hauptsächlich durch Bisse übertragen. Die Wahrscheinlichkeit, an dieser Krankheit zu erkranken ist aber relativ gering. Dennoch verläuft die Infektion tödlich. Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es keinen Impfstoff gegen diese Erkrankung.

    Zeitpunkt der Impfungen: Grundsätzlich müssen bei erwachsenen Katzen alle Impfungen jährlich wiederholt werden. Um Sie an den Impftermin zu erinnern, schicken die meisten Tierärzte Ihnen gerne eine Karte zu. Eine Erstimmunisierung sollte im Alter von 9 Wochen mit RCP und mit 12 Wochen mit RCPT erfolgen. Früher sollte man nicht impfen, da die mütterlichen Antikörper eine Immunisierung verhindern, später ebenfalls nicht, da die Tiere ansonsten in der Zwischenzeit ungeschützt sind. Die Leukoseimpfung sollte ebenfalls in den ersten Lebensmonaten erfolgen, hierbei sollte allerdings eine Blutprobe entnommen und auf die Antikörper untersucht werden, um sicherzustellen, dass das Tier leukosenegativ ist, andernfalls kommt es zu einer lebensbedrohlichen Superinfektion. Die Verträglichkeit der heute eingesetzten Impfstoffe ist als ausgesprochen gut zu bezeichnen. Ebenso gilt bei allen Impfungen, dass die Tiere relativ kurzfristig vorher entwurmt sein sollten, damit die Impfungen auch richtig wirksam sind.

  15. Wie häufig muss ich meine Katze entwurmen?

    Dehner:

    Eine auch draußen lebende Katze sollte man viermal im Jahr entwurmen, tragende Katzen und Katzenwelpen jedoch öfter. Eine Wurmkur steht in Pasten- oder Tablettenform, als spot on Behandlung bzw. als Injektion zur Verfügung, die dem Tier entweder ins Fressen gegeben, direkt zugeführt oder auf die Haut getropft wird. Wurmkuren sind sehr behandlungssicher und bei Ihrem Tierarzt zu erhalten. Eine ausschließlich drinnen lebende Katze kann etwas seltener entwurmt werden, aber man sollte beachten: Selbst wenn die Katze nicht rauskommt, man selber läuft draußen herum und kann vermutlich nicht vermeiden, durch Reste von Wildkatzenausscheidungen zu laufen und somit das infektiöse Material in die Wohnung zu tragen.