FAQs: Fragen und Antworten zu Kaninchen

Sie möchten mehr wissen zu und über Ihr Kaninchen?

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Antworten auf häufig gestellte Fragen:

  1. Ab welchem Alter sind Kaninchen geschlechtsreif?

    Dehner:

    Zwischen dem 3. und 5. Lebensmonat werden die Tiere geschlechtsreif. Zur Zucht eingesetzt werden sollten die Böcke zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat, die Weibchen hingegen zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat.

  2. Wie lange muss der Bock nach einer Kastration vom Weibchen getrennt sein und müssen sie überhaupt getrennt sein?

    Dehner:

    Um sicher zu gehen, dass der Kaninchenbock nicht doch noch Nachwuchs zeugen kann, sollten 3 bis 4 Wochen nach der Kastration verstreichen. Anschließen kann er wieder zu seinem Weibchen gesetzt werden.

  3. Müssen eigentlich Krallen oder Zähne auch gekürzt werden?

    Dehner:

    Bei Innenhaltung müssen die Krallen regelmäßig geschnitten werden. Haben Kaninchen jedoch die Möglichkeit in einem Außengehege nach Herzenslust zu buddeln und zu graben, nutzen sich die Krallen meist von selbst ab.

    Da die Zähne pausenlos wachsen, werden sie durch den natürlichen Abrieb beim Kauen abgewetzt. Das setzt aber ein makelloses Gebiss voraus. Zahnfehlstellungen bei Kaninchen treten jedoch relativ häufig auf. Oft sind gerade die Backenzähne etwas nach außen oder nach innen gerichtet, was den natürlichen Abrieb verhindert. Die entstehenden Zahnzacken sind messerscharf und können die Mundschleimhaut, aber auch die Zunge gefährlich verletzen. Erste Symptome sind eine verminderte Futteraufnahme und ein nasses Mäulchen. Suchen Sie in diesem Fall Ihren Tierarzt so schnell wie möglich auf, damit dieser die Zähne kürzen kann.

  4. Können wir das Tier auch alleine halten oder welcher Partner eignet sich?

    Dehner:

    Das Halten von Kaninchen in der Gruppe ist wegen der Rangordnungskämpfe mit Schwierigkeiten verbunden. Dennoch sollten mindestens zwei Tiere, am besten ein Weibchen und ein kastriertes Männchen, zusammen gehalten werden. Eine Gewöhnungsphase in getrennten Käfigen erleichtert die Freundschaft. Die Haltung von mehreren nicht kastrierten Rammlern in einem Käfig ist schlichtweg unmöglich. Die gemeinsame Haltung mit Meerschweinchen ist komplett abzulehnen, da diese Haltung für beide Tierarten nicht artgerecht ist.

  5. Was dürfen Kaninchen fressen?

    Dehner:

    Kaninchen sind Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Blättern, Rinden und Zweigen. Eine abwechslungsreiche, gesunde und ausgewogene Ernährung mit bestem Heu aber auch Grünfutter, Gemüse und gelegentlich Obst ist die Grundlage für das Wohlergehen. Frische oder trockene Äste und Zweige von heimischen Obstgehölzen, dienen dem Abrieb der ständig wachsenden Zähne. Leider ist häufig der Kraftfutteranteil zu hoch und der Heuanteil zu niedrig, was zu gefährlicher Leberverfettung führen kann. Daher sollte man mit dem Kraftfutter sparsamer umgehen und vermehrt Heu anbieten. Das nicht zur Zucht eingesetzte Kaninchen kann durchaus mit einem Rohfaseranteil von 22 % in der Nahrung ernährt werden. Wasser muss natürlich immer frisch und reichlich vorhanden sein. Aufgrund ihrer Verdauung nehmen Kaninchen daher Futter über den ganzen Tag verteil in vielen kleinen Mahlzeiten zu sich.

  6. Welches Zubehör brauchen Kaninchen?

    Dehner:

    Für die Haltung von zwei Kaninchen sollte ein Käfig in den Mindestmaßen von 140x60x50 cm zur Verfügung stehen. Zusätzlich eine Heuraufe, Näpfe für Futter und Wasser möglichst aus Steingut sowie ein großes Holz-Häuschen (35x25x30 cm). Neben der Käfighaltung muss dem Tier reichlich Gelegenheit zum Auslauf gegeben werden. Dies sollte allerdings nicht ohne Aufsicht erfolgen, da Kaninchen reichlichen Schaden anrichten können und sich auch selbst gefährden. Als Einstreu sind Stroh, Heimtierstreu und Hanfeinstreu geeignet. Auf keinen Fall Heu als Einstreu benutzen, da die Tiere das verunreinigte Heu fressen können.

  7. Warum schlagen Kaninchen mit den Hinterläufen?

    Dehner:

    Dies ist ein instinktives Verhalten. Bemerkt ein Tier etwas Beunruhigendes, so schlägt es mehrmals mit den Hinterpfoten auf den Boden, zeigt Nasenblinzeln und setzt sich häufig auf. Dies dient als Warnsignal für die anderen Tiere, die sofort mit Flucht reagieren.

  8. Kann man Kaninchen Kunststücke beibringen?

    Dehner:

    Nein, eher nicht, da die Tiere sehr schreckhaft sind und daher zumeist nicht konzentriert genug sind. Auch das Schmusen wird erst nach langer Gewöhnungsphase geduldet und als angenehm empfunden. Man kann es dem Tier aber etwas leichter machen, wenn man ihm mit den Armen eine Art Schutzhöhle anbietet, in die es sich hineinducken kann.

  9. Gibt es Gemüse oder Obst, das mein Kaninchen nicht fressen darf?

    Dehner:

    Man sollte mit den meisten Kohlsorten etwas vorsichtig umgehen, da es häufig zu Aufgasung und Fehlverdauung führt. Kaninchen bilden mitunter Tympanien aus (Aufgasung des Magen-Darmtraktes), was zu lebensgefährlichen Situationen führen kann. Gerade im Frühjahr, wenn das Angebot an frischem Gemüse, Gras, Löwenzahn etc. deutlich wächst, kann der Fehler gemacht werden, abrupt deutlich mehr Frischfutter zu verabreichen, was zu dieser Erkrankung führen kann. Man sollte die Kaninchen deshalb langsam an Frischfutter gewöhnen.

    Nachfolgend ist eine Auswahl an unverträglichen bzw. giftigen Futtermitteln aufgeführt. Die Auswahl ist keineswegs vollständig, kann Ihnen jedoch als Anhaltspunkt dienen.

    Unverträgliches Gemüse (kann bei Verzehr größerer Mengen zu Gesundheitsschädigungen führen):

    - Avocado ist absolut unverträglich.

    - In geringen Mengen sollten Zwiebelgewächse wie Porree, Zwiebeln, und Schnittlauch verfüttert werden.

    - Rohe Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen) können zu Blähungen führen, rohe Bohnen sind giftig, frische Süßerbsenschoten werden dagegen vertragen.

    - Rohe Kartoffeln enthalten schlecht verdauliche Stärke, die grüne Stellen, Triebe und Blätter sind giftig.

    - Rettich und Radieschen sind zu scharf, Blätter dürfen verfüttert werden.

    - Rhabarber enthält zu viel Oxalsäure und wird als schwach giftig eingestuft.

    - Zuckerrüben enthalten viel zu viel Zucker und sollten nicht verfüttert werden.

    Unverträgliches Obst (kann bei Verzehr größerer Mengen zu Gesundheitsschädigungen führen):

    - Steinobst (z.B. Kirschen, Pfirsich, Pflaume, Nektarine, Mirabelle etc.) enthalten zu viel Zucker, zusammen mit Wasser und in größeren Mengen können sie zu starkem Durchfall führen. Die Steine auf keinen Fall verfüttern, da sie Blausäure enthalten.

    - Exotische Früchte (z.B. wie Granatapfel, Kumquat, Litschi, Mango, Papaya, Physalis etc.)

    - Rhabarber enthält zu viel Oxalsäure und wird als schwach giftig eingestuft.

  10. Soll man Kaninchen impfen lassen?

    Dehner:

    Ja, derzeit gibt es drei Erkrankungen, gegen die man sinnvollerweise ein Kaninchen durch eine Impfung schützen kann: Myxomatose, RHD und Kaninchenschnupfen. Myxomatose ist eine meist tödlich verlaufende Viruserkrankung, die durch Stechmücken und Kaninchenflöhe übertragen wird. RHD ist eine Viruskrankheit und wird über viele Arten übertragen, z. B. durch Stechmücken, Kaninchenfloh oder aber auch über das Grün-/Frischfutter. Der Kaninchenschnupfen wird durch verschiedene Bakterien und Viren ausgelöst.

  11. Müssen Kaninchen entwurmt werden?

    Dehner:

    Beim eigentlichen Kaninchen spielen Darmparasiten durchaus eine Rolle. Sogenannte Einzeller können Krankheiten verursachen. Eine Rolle spielen Amöben, Kokzidien und Trichomonaden. Bei einem eventuellen Befall gibt der Kot Aufschluss, welche Erkrankung vorliegt, und sollte zum Tierarzt mitgenommen werden. Würmer hingegen spielen eher eine untergeordnete Rolle. Eine regelmäßige Entwurmung ist daher nicht nötig.